Das Vermittlungsteam secret service begann im Rahmen der 5. berlin biennale für zeitgenössische Kunst (bb5) im Frühjahr 2008 zu arbeiten. Die Kunsthistorikerinnen Bernadett Settele und Andrea Hubin sowie die Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser entwickelten ein Vermittlungskonzept, für das der Name secret service als Label etabliert wurde. Es konstituierte sich ein Team von Kulturproduzenten/innen, die in der Folge als Agents von secret service agieren.

Seit Sommer 2008 realisiert eine Arbeitsgruppe in Berlin die nächsten ausstellungs- und themenbezogenen Projekte. Wir bieten verschiedene Formate wie zum Beispiel dialogische Ausstellungsrundgänge, Workshops mit performativen und partizipativen Elementen, Schulprojekte sowie Aktionen im öffentlichen Raum an. Wir vermitteln in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch.

Kunstvermittlung betrachten wir als Schlüsselstelle, an der künstlerische Artikulationen ihr Informations-, Wahrnehmungs- und Genuss-Angebot zur vollen Entfaltung bringen können. Unsere Rolle als Agents sehen wir darin, über die künstlerischen Positionen zu informieren, Zugänge zu zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen und zu intensiven Gesprächen über Kunst aufzufordern. Dabei sprechen wir aus einer kritisch-reflexiven Perspektive. Die Teilnehmer/innen werden ermutigt, sich anzunähern, Position zu beziehen und selber zu Sprecher/innen in der Vermittlungssituation zu werden. Damit wird eine Reflexion über Fragen der Autor/innenschaft und ein Verhandeln von Stimmenvielfalt innerhalb des kunstinstitutionellen Erklärungsmonopols angeregt.

Unsere Vermittlungstätigkeit verstehen wir als Service, der nicht nur Dienstleistung im Auftrag von Werken, Künstler/innen, Institutionen und Besucher/innen ist, sondern jeweils situationsbezogen agiert und somit unterschiedliche Positionen sowie Inhalte entwickelt. Als Agents nutzen wir unsere Kompetenzen, Sprachformen auszuarbeiten, welche die von den Teilnehmer/innen geäußerten Bedürfnisse und Erwartungshaltungen, ihre persönlichen Hintergründe sowie unsere Ansprüche einer kritischen Kunstvermittlung zu einer Erzählung verweben.

Ein besonderes Anliegen unserer Vermittlungstätigkeit ist es, Menschen anzusprechen, die möglicherweise nicht ohne Einladung in den relativ exklusiven "Kunstraum" kämen. Die Idee dabei ist die Öffnung der Institution und die Erweiterung ihres thematischen und inhaltlichen Spektrums. Aus dem Feld der Institutionskritik kommend, wird Kunstvermittlung durchaus politisch, d.h. zur Instanz, die aufzuzeigen weiß, wie die Institution auch durch Ein- und Ausschlussmechanismen konstituiert ist.

Mit diesen Ansätzen wird der Anspruch verknüpft, dass zeitgenössische Kunst nicht "top secret" bleiben müsse.